Freie Wähler Vaterstetten e.V. 
 Notizen aus dem Gemeinderat
 
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17.5.2018 - Gemeinderat
Energieziel wird realistischer - Geothermie wird weiter ignoriert
In dieser Sitzung ging es insbesondere um das Energiekonzept der Gemeinde.
Daneben wurden Pläne für die Breitbandversorgung und das neue Kinderhaus "Wichtel-Akademie" sowie die neuen Grundschulsprengel vorgestellt.


Im Energiekonzept, das Vertreter eines Planungsbüros vorstellten, wird erstmals eingestanden, dass das im Meilensteinprogramm des Landkreises aufgestellte Ziel von 100% erneuerbarer Energie bis 2030 praktisch nicht zu verwirklichen ist, was auch in einer Präsentation durch den Klima-Manager zum Ausdruck kam. Das Konzept umfasst nur das Gebiet Vaterstetten nördlich der Bahn, also etwa 1/4 der Gemeinde. Wie man die ehrgeizigen Ziele in den anderen Gemeindeteilen erreichen will, steht noch in den Sternen.
Rd. 27,5% der Wärmeenergie sollen durch das vor kurzem fertiggestellte BHKW erzeugt werden, das zum großen Teil mit Erdgas befeuert wird. Das ist wirtschaftlich auch sinnvoll, trägt aber nicht unbedingt zur CO2-Reduktion bei. Hier stehen verschiedene Ziele im Widerspruch.
Der Rest soll mit Wärmepumpen, Hackschnitzelanlagen und Solarthermie erzeugt werden. Dabei fällt auch Strom an. Trotzdem müßten die Photovoltaikflächen versechsfacht werden, um den gesamten Stromverbrauch mit regenerativer Energie zu decken. Abgesehen von der Verfügbarkeit der Flächen ein angesichts des jetzt schon verdoppelten Strompreises ein gewagtes Unterfangen, zu dem zudem niemand zwingen kann.
Realisierbar sind die vorgeschlagenen Lösungen nur mit einem Fernwärmenetz, das in diesem Gebiet bereits vom Kommunalunternehmen in Angriff genommen wurde. An dieses sollen 70% der Verbraucher bis 2030 angeschlossen werden. Auch das ein optimistisches Ziel, wenn man bedenkt, dass erst vor kurzem ein potentieller Großabnehmer, der Alte Hof, der direkt an der bereits entstehenden Fernwärmeleitung liegt, sich für eine neue, eigene Heizzentrale entschieden hat.
Dabei wird unterstellt, dass der Wärmeverbrauch durch energetische Sanierung um 21% zurückgeht. Da Neubauten hinzukommen, die zwar weniger, aber eben doch Wärmeenergie benötigen, und ein Teil des Bestands auch schon energetisch optimiert ist, muß der Rest eine wesentlich höhere Einsparung als 21% erzielen. Das erfordert nicht nur Isolierung und Fenster,  sondern auch Fußbodenheizungen, da das Konzept ein Niedertemperaturnetz vorsieht. Ein erheblicher Aufwand, zu dem man niemand zwingen kann. Ob das gelingt, wird davon abhängen, ob man mit den vorgesehenen Energiequellen marktgerechte Preise erzielen kann, die wiederum vom nicht vorhersehbaren Ölpreis abhängen.
Obwohl das geplante Fernwärmenetz mit über 40 MWh/a eine ausreichende Basis für die Geothermie wäre, will man sich damit noch immer nicht beschäftigen. Da es aber ohnehin die wesentliche Voraussetzung dafür ist, habe ich dem Konzept zugestimmt. In meiner Eigenschaft als Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens werde ich darauf achten, dass keine unwirtschaftlichen Lösungen realisiert werden. 

UhlHerbert J.Uhl
Gemeinderat
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Auf diesen Seiten berichte ich über die Arbeit des Gemeinderats und seiner Ausschüsse aus meiner Sicht. Damit möchte ich getreu meinen Wahlzielen die Transparenz verbessern und die Entscheidungen des Gemeinderats für die Bürger nachvollziehbar kommentieren. Es handelt sich wohlgemerkt nicht um ein verbindliches Protokoll, und auch nicht unbedingt um die Position der Freien Wähler, sondern um eine Auswahl meiner subjektiven Eindrücke.